Die Geschichte des Buches

Die Geschichte des Buches begann vor zirka 5000 Jahren. Die im Süden Mesopotamiens ansässigen Sumerer, Schöpfer der ersten Hochkultur, nutzten Tontafeln für das Aufschreiben von Informationen. Die Ägypter nutzen bereits Papyrusrollen, eine Art Papier, das aus dem gestampften Mark des im Nildelta wachsenden Papyrus hergestellt wurde. Papyrusrollen bestanden aus einem Bogen, der um einen Holz- oder Elfenbeinstab gewickelt war.

Der einseitig beschriebene Bogen wurde beim Lesen Stück für Stück aufgerollt. Die längste erhaltene Papyrusrolle mit einer Länge von 40,5 Metern lagert im Britischen Museum in London. Auch bei den Griechen und Römer setzte sich die Nutzung von Papyrusrollen durch. Schon damals gab es Bibliotheken. Die damals größte Bibliothek stand in Alexandria. Sie wurde im Jahre 288 v. Chr. von Ptolemeus I gegründet. Über 500 000 Papyrusrollen waren dort gelagert. Neben Alexandria waren Athen und Rom bedeutende Zentren der überaus kostspieligen und aufwendigen Schriftrollenproduktion. Aufgrund der mangelnden Haltbarkeit der Papyrusrollen sowie vielzähligen Bibliotheksbränden ging ein Großteil der Literatur dieser Zeit unwiederbringlich verloren.

Im 3. und 4. Jahrhundert setzte sich das wesentlich haltbarere Pergament als Beschreibstoff durch. Dieses wurde aus dünner ungegerbter Schafs-, Kalbs- und Ziegenhaut gefertigt. In anderen Ländern der Erde nutze man andere Medien wie zum Beispiel Palmblätter, die in Indien zu sogenannten Palmblattbüchern gefertigt wurden. In China stellte man Schriftstücke aus Birkenrinde, Leder und Bambus her.

 

Bis ins Mittelalter wurden Bücher mit der Hand geschrieben. Die Bücher wurden von Kopisten, die oft im klösterlichen Scriptorium (lateinisch: Schreibstube) arbeiteten, mühsam mit der Feder abgeschrieben. Die Herstellung eines Buches dauerte manchmal Monate. Daher gab es nur wenige, sehr kostbare Bücher. Sie wurden hauptsächlich von Geistlichen für Theologen oder für Herrscher geschrieben, die diese in Auftrag gaben. Dabei handelte es sich meist um Bibelauszüge, Kommentare, liturgische oder auch antike Texte.

Viele mittelalterliche Bücher waren mit goldenen und farbigen Verzierungen geschmückt, die den Beginn eines neuen Textabschnitts markierten, den Text illustrierten oder als Randdekorationen dienten. Der Bucheinband bestand aus hölzernen Deckeln, die oftmals mit Metallbändern verstärkt waren und durch Schließen zusammengehalten wurden. Oftmals war der Einband mit Leder überzogen und bisweilen reich mit Gold- und Silberarbeiten, Emaille und Edelsteinen geschmückt.

Der Buchdruck wurde erst gegen 1450 von dem Mainzer Johannes Gutenberg erfunden. Grundgedanke seiner Erfindung war die Zerlegung des Textes in Einzelelemente. Klein- und Großbuchstaben, Satzzeichen wurden als seitenverkehrte Lettern in beliebiger Anzahl gegossen und schließlich zu Wörtern, Zeilen und Seiten zusammengefügt. Die Gußlegierung bestand aus Blei, Zinn und weiteren Beimischungen, die ein schnelles Erkalten und eine ausreichende Dauerhaftigkeit unter dem hohen Druck der Presse gewährleistete.

 

Die aus einer Traubenpresse entwickelte Druckerpresse bewirkte gegenüber dem bis dahin bekannten Reiberdruck eine enorme Beschleunigung des Druckvorgangs. Eine spezielle Ausrüstung sorgte für die effektive und gleichmäßige Übertragung des Druckbildes von der Form auf das Papier oder auch das Pergament. Die neue Erfindung vereinfachte die Buchproduktion und ermöglichte größere Wirtschaftlichkeit. Im 16. Jahrhundert stieg sowohl die Zahl der Werke als auch der Umfang der Auflagen deutlich an. In dieser Zeit entstand auch Martin Luthers Übersetzung der Bibel.

Gutenberg war jedoch nicht der erste, der mit beweglichen Lettern arbeitete. Bereits im 11. Jahrhundert erfanden die Chinesen ebenfalls den Buchdruck mit beweglichen Lettern, die verschieden angeordnet werden konnten und somit für verschiedene Werke einsetzbar waren. Aufgrund der Vielzahl der chinesischen Schriftzeichen wurde dieses Verfahren allerdings selten verwendet. Heute ist die Produktion von Büchern weit weniger romantisch, allerdings auch deutlich erschwinglicher. Mehr Effizienz bei der Papierproduktion, die Einführung von Textil- und Papiereinbänden, Hochgeschwindigkeitspressen und die photographische Reproduktion von Text und Illustration ermöglichen heute eine effektivere Produktion großer Büchermengen.

Der Begriff Buch stammt übrigens von Buche, auf deren Rinde in Germanien zunächst geschrieben wurde.

 

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