Kindheit und Jugend

vater-veit-frankWarum ich so wurde, wie ich bin, erhellt vielleicht ein Blick auf meine frühen Tage. Die Erinnerungen an meine überwiegend glückliche Kindheit wurden von einem traurigen Ereignis überschattet. Im Sommer 1968 starb mein Vater bei einem Autounfall auf der Alzeyer Straße in Bad Kreuznach. Er war auf der Rückfahrt von einem Treffen in Bad Godesberg mit Außenminister Walter Scheel (FDP) und Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU). Kurz zuvor hatte er die Stelle des Ressortleiters für Politik und Zeitgeschehen beim Südwestfunk angetreten. Ich war gerade mal viereinhalb Jahre alt und konnte es nicht begreifen.

Ich sehe noch die Szene vor mir, wie ich auf die Straße lief und vor meinen Freunden mit der Sensation prahlte: „Hört mal zu, mein Papa ist tot.“ Und ich sehe meine Mutter, wie sie mich reden hörte, ins Haus holte und in Tränen ausbrach.

Ich begriff nur langsam, Wochen nach der Beerdigung, dass mein Vater nie wieder nach Hause kommen würde, dass er fort war für immer. Er sollte mich und meinen Bruder nie wieder mit dem Huckepack-Ritual ins Bett bringen, und wenn wir dabei manchmal ein kleines „Eierbecherchen“ mit ein paar Tropfen Bier bekommen hatten, hatten wir kleinen Jungs uns halb erwachsen gefühlt.

Wann immer ich an meinen Vater dachte, fühlte ich hauptsächlich Trauer, Schmerz und Verlust. Bis vor zwei Jahren…

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