Die Vorgeschichte

nahles-wilhelmyDas Zerwürfnis mit meiner Fraktion oder besser mit der Fraktionsspitze hat eine lange Vorgeschichte, die in der Auseinandersetzung um die Ein-Euro-Jobs eskalierte. Schon zu meiner Zeit als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) sorgten eine Reihe von Veranstaltungen, die sich kritisch mit der offiziellen Parteilinie auseinandersetzten, für einigen Wirbel. Besonders jene mit dem Titel: Spaltet die WASG die SPD oder spaltet sich die SPD selbst? Nicht jeder war darüber erfreut und die öffentliche Resonanz, 192 Artikel in den regionalen Blättern über die AfA und meine Person innerhalb von vier Jahren (zuzüglich rund 340 Artikel über die IG BAU und mir als Gewerkschaftssekretär im gleichen Zeitraum), hat viele in der Parteispitze geärgert. Aber davon später…

Im kommunalen Wahlkampf 2006 wurde diese Antipathie ebenso deutlich, denn die damalige Fraktionsspitze wollte mich gar nicht im Stadtparlament haben. In der Wahlliste wurde ich auf Platz 36 gesetzt und war damit eigentlich chancenlos. Anders als mit dem Gewerkschafter Wilhelmy wurde mit dem Neuzugang Kai-Christopher Burkhard verfahren. Der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Wiesbadener FDP war erst vier Monate zuvor zur SPD gewechselt und musste eigentlich erst noch lernen, was Sozialdemokratie ist, nachdem er einer Partei vorgestanden hatte, deren Ziele und Absichten denen der SPD oftmals diametral entgegenstehen. Dennoch bekam Burkhard den sicheren Listenplatz 26, so stolz war man in der SPD-Führung auf den Überläufer. Diese Geringschätzung mir gegenüber, die auch eine Geringschätzung der Gewerkschaften war, enttäuschte mich natürlich. Als Konsequenz entwickelte ich mit meiner Partnerin Antje eine eigene Wahlkampfstrategie, mit der ich um einen Platz im Stadtparlament kämpfen wollte…

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