Nur bei Bedarf

Anfing das ganze mit dem Gang zum Bahnhof, um sich die Zugverbindung geben zu lassen, und wo sich schon abzeichnete, dass dieser Ausflug etwas Besonderes werden würde. Wir wollten erst einen Abstecher nach Weinheim zu Jo und Maome machen, um anschließend nach Notweiler/Pfalz weiter zu reisen, wo wir eine nette Pension von Ulrikes Eltern empfohlen bekommen hatten, die für einen kurzen Spazier- und Wanderurlaub wie geschaffen war.

Der Schalterbeamte am Bahnhof wälzte das Kursbuch (so was gab es damals noch und Auskünfte wie ?Notweiler/Pfalz? gehörten nicht dringend zum Alltaggeschäft), suchte und fand eine Verbindung Weinheim ? Kaiserslautern (vorbei an der Ruine Frankenstein!), fand den Anschluss Kaiserslautern ? Pirmasens und stieß dann auf ein unbekanntes Kürzel, dessen Bedeutung er erst nach längerem Blättern erfasste: ?Von Pirmasens geht es dann mit dem Bus weiter. Was bedeutet jetzt des Zeiche´ da? Notweiler? Moment, Moment. Ah, da ham´ mers: Nur bei Bedarf. Haha, nur bei Bedarf! Sie müsse´ dem Fahrer Bescheid sache, dass Sie dort hinwolle´, sonst fährt der nämlich dran vorbei.

Haha, nur bei Bedarf! Haha, nur bei Bedarf!? Es war ein sich Schütteln und Wabern hinter dem Tresen, und es war ziemlich sicher der Höhepunkt jenes Arbeitstages dieses Menschen gewesen. Nur bei Bedarf. Haha!

Wir kamen an in dieser Pension in Notweiler/Pfalz. Spät abends zwar, und die Wirtin hatte nicht mehr so recht mit uns gerechnet, aber wir kamen an. Und die Anreise sollte nicht das einzige Abenteuer in der Pfalz bleiben. Womit fahre ich fort? Erst Wald oder erst Bergwerk? Die Chronologie ist mir abhanden gekommen und stellt es mir als frei. Na, dann mal erst die Waldepisode, weiß ja eh keiner außer mir, was kommt.

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