Der Kaufmannsladen

Mein größter Wunsch: ein Kaufmannsladen. Dieser stand 1935 unter dem Weihnachtsbaum. Sofort begann der große Verkauf: “Sie wünschen, bitte?” “Einen Pfefferkuchen in kleinen Stücken.”

Kein Problem. Also ein Messer heimlich geholt, klein schon, aber sehr scharf, denn es war das Obstmesser. Lustig wurde drauflos geschnitten, so weit bis der Finger zwar noch dran, aber die Kuppe fast ab war. Das Blut floß. Oh je, was tun? Schnell zum Fenster und den Finger rausgestreckt, damit das Blut abtropfen konnte.

Opa Wilhelm machte derweil pflichtbewußt Haus- und Hofrundgang, sah die rote Verfärbung im Schnee und ließ seinen Blick hinauf in die erste Etage wandern. Was sah er dort? Einen Finger, aber nur für einen kurzen Moment, denn der Finger verschwand mitsamt Brigitte in eine tiefe Ohnmacht. Da war “Rummel im Pott” und die Erkenntnis: Wohl dem, der einen Opa hat!

Autorin:

Brigitte Antlauf, Minden

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